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Brief (03-11546)

[K. K. NATURHISTORISCHES HOFMUSEUM.

PRÄHISTORISCHE SAMMLUNG.

WIEN,][1] 7/6 1902

Euer Hochwohlgeboren,

hochgeehrter Herr Professor.

Die 3 Bronzehäkchen mit Dülle von der Gurina besitzen die Inventar No 15327 - - - 3 St.

Das Häkchen mit vollem Körper hat die No 15329.[2]

Speziell erwähnt sind diese Stücke meines Wissens in keinem der veröffentl. Berichte über die Gurina.

A. B. Meyer (Gurina im Obergailthal (Kärnthen), Dresden 1885)[3] führt S. 55, Z. 24 an: "ferner Angelhaken (?) und blech= und nadelartige Stücke." Darunter kann eines Ihrer Stücke mit verstanden sein. |2|

Auch in den späteren kleinen Ausgrabungsnotizen (Mittheil. d. Anthrop. Ges. Wien, XVI, Sitzb. 18,[4] 49,[5] XVIII, Sitzb. 53[6] etc. [7]) sind diese Stücke nicht besonders angeführt. Eine eingehende Publikation des gesammten Materials ist nicht erfolgt.[8] Verschiedenes Kleinzeug von der Gurina wird im Museum des historischen Vereines zu Klagenfurt aufbewahrt,[9] wo Sie auch sehr viel Kleingeräth vom Zollfeld und vom benachbarten Magdalensberge finden, das Sie mit Aussicht auf Erfolg durchmustern können. Stets mit Vergnügen zu Diensten bereit habe ich die Ehre zu sein

Ihr hochachtungsvollst

ergebener

J Szombathy



[1] Vordruck am Briefpapier.

[2] Die Objekte stammen von den Ausgrabungen, die 1886 und 1887 durchgeführt wurden. Sie wurden am 14. September 1890 von Moriz Hoernes mit Ergänzungen von Josef Szombathy inventarisiert. Der Eintrag zu Inventarnummer 15.327 lautet "Häkchen mit Dülle (Häkelnadel) 2.9 - 3.5 cmlg", "Häkelnadel" wurde durchgestrichen und in der Handschrift Szombathys durch "Aufsätze von Handspindeln" ersetzt (vgl. Inventarbuch II. 15.243-15.409 der Prähistorischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien). Möglicherweise wurde diese Korrektur durch Schuchardts Informationen veranlasst.

[3] Meyer 1885.

[4] Andrian-Werburg 1886: [18].

[5] Hoernes 1886a.

[6] Hoernes 1888. Eine Erwähnung von "Häkelnadeln aus Bronze mit Düllen für hölzerne oder beinerne Stäbe: 2 Stück" findet sich auf Seite [53].

[7] Szombathy 1885: [102]; Hoernes 1886b – "bronzene Häkel- und Nähnadeln" als kleinere Funde sind auf Seite [62] angeführt; Andrian-Werburg 1887: [9]-[10]; Andrian-Werburg 1888: [24].

[8] Es sollte noch bis 2001 dauern, bis die Bearbeitung sämtlicher Altfunde, die Peter Jablonka in Rahmen seiner Dissertation (Jablonka 1992) durchgeführt hatte, publiziert wurde (Jablonka 2001). Jablonka klassifizierte die Objekte als Halskettenverschlüsse (Jablonka 2001: 132, 329 Taf. 92, Abb. 20-23).

[9] Der Geschichtsverein für Kärnten, 1844 als Historischer Verein für Kärnten gegründet, verfolgte eine rege Sammeltätigkeit. Diese Sammlungen bildeten zusammen mit den denen des Vereins Naturhistorisches Landesmuseum von Kärnten den Grundstock für das 1884 gegründete Landesmuseum Rudolfinum in Klagenfurt (vgl. Zwander et al. 2014: 72-74).