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Praestantissime amice et collega!

 

Epistolae tuae cum eadem elegantia respondere desiderarem qua fuit scripta (quam maxime mihi placuerunt istud P.T et Ew. Wohlgeboren, quae monstrant mihi te esse factum perfectum Austriacum); sed non erit possibile. Valde me dolet ne impeditum esse Die Dominico participare in illa excursione ad Pratum, cum habeam praelectionem hora 11. Nescio si possim venire cras hora 6., ea ipsa hora invitatus ad examen a clar. viro Karajan.[1] Dic, duc, fac, fer, Tuus H.S

     

[Herausragendster Freund und Kollege!

 

Ich würde mir wünschen deinen Brief mit derselben Eleganz zu beantworten, wie er geschrieben wurde (wie sehr mir jenes P.T und Ew. Wohlgeboren gefiel, welche mir zeigten, dass du zu einem perfekten Österreicher gemacht worden bist), aber das wird nicht möglich sein.[2] Es schmerzt mich ungemein, dass ich verhindert bin, am Sonntag an dem Ausflug in den Prater teilzunehmen, weil ich eine Vorlesung um 11 habe. Ich weiß nicht, ob ich morgen um 6 Uhr kommen kann, da ich zur selben Stunde zur Prüfung beim werten Herrn Karajan eingeladen bin. Sprich, führe, tu, trage, dein H.S.]



[1] Max Theodor von Karajan (1833-1914) war als Altphilologe an der Grazer Universität tätig. 1857 kam er als Privatdozent nach Graz, ab 1867 war ordentlicher Professor für Altphilologie. (OEBL 3: 230, s.v. Karajan, Max Theodor von).  Im Schuchardt-Nachlass befinden sich drei Briefe desselben aus den Jahren 1877-1880 (Briefnr. 05295-05297).

[2] Der erwähnte Brief ist nicht erhalten.