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Brief (03-04232)

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Wien, d. 25. Mai 77.

III., Salmgasse 1.

Verehrter Freund.  

Ich war einige Tage verreist und habe daher auf Ihren Brief vom 19. d. M. nicht früher antworten können. Gestern bin ich von Dresden zurückgekehrt und bin heute bei Mussafia gewesen, um mich bei ihm selbst, als bei der sichersten Quelle, nach seinem Befinden zu erkundigen. Er versicherte mich, daß es ihm recht gut gehe, daß er aber bei seinem Zustande nie des nächsten Tages sicher sein könne. Wenn Hortis[1] – oder ähnlich – aus Triest, zwei Stunden später zu ihm gekommen wäre würde er ihn frisch und munter gefunden haben. Während jener Herr bei Ihm war, habe er freilich vor Schmerz kaum sprechen können. Ihnen habe er nicht geschrieben, da er Ihnen keine Aufträge zu geben hatte.

|2|Wie geht es Ihnen denn? Nach dem, was mir  Mussafia erzählte, scheint es Ihnen jetzt besser zu gehen, als damals, als er Sie in Graz sprach.

Sie würden mich sehr verbinden, wenn Sie mir über den Stand meiner Angelegenheit in Graz – natürlich so weit Sie es ohne Indiskretion könnten – einige Mittheilungen machen wollten. Wissen Sie, was wohl möglich wäre, von der ganzen Geschichte nichts, so bitte ich auch weiter nicht zu fragen.-[2]

Mit den besten Grüßen u. Wünschen für Ihr Wohlergehen

der Ihre

W. Gurlitt.

 

[1] Wahrscheinlich ist hiermit Attilio Hortis (1850-1926) gemeint. Hortis, der aus Triest stammt, hatte Jus und Literatur in Padua und in Graz studiert, war in Triest als Literaturwissenschaftler und ab 1873 als Leiter der Biblioteca civica tätig und wandte sich nach 1878 der Politik zu. (Gottardi 2004).

[2] Es geht um die Berufung von Gurlitt auf die neu eingerichtete Lehrkanzel für Archäologie in Graz.