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Brief (71-07690)

22/41

Bester Freund!

Herzlichen Dank für deine Nachfrage. Es steht schlimm, aber gar so sehr, wie Beer dir schrieb oder sagte (warst du am Ende gar in Wien?), doch nicht.2 Am 10. December versagten mir plötzlich die Beine den Dienst; seitdem bin ich nicht ausgegangen. Dazu ziemlich heftige Schmerzen, Tag und Nacht. Mag sein, dass ich das eine oder das andere Mal so geplagt war, dass ich einen Besuch nicht annehmen konnte; in der Regel aber machen mir solche recht viele Freude. Mit dem Arbeiten will es freilich nicht recht gehen; ich lese aber viel und bedauere nur, dass so wenig erscheint, woraus man freudig was tüchtiges lernen könnte.

Ich wollte dir gerade dieser Tage schreiben, um dich zu fragen, ob du ein corresp. Mitgld. d. Ausl. unseres Faches vorschlagen möchtest. Ich denke in erster Linie an Gröber3; weist du einen Besseren, so folge ich dir; wenn du mit Gr. einverstanden bin, so schicke ich dir den Vorschlag. ML.4 wird gewiss mithalten. Persönlich werde ich mich an den Wahlen nicht betheiligen können; du kommst hoffentlich.

Ich schreibe dir auf meiner wundervollen Terasse und geniesse die herrliche Luft, das frische Grün. Schreibe in der Luft, daher das Kritzeln.

Leb' recht wol, lieber Freund meine Frau erwidert deine Grüsse Dein treuer
Mus.


[1] Der vorliegende Brief entstand vermutlich am 22.04.1904.

[2] Vgl. dazu Brief von Schuchardt an Ascoli vom 1. 4. 1904: "Mussafia geht es schlecht, er darf wie mir Dr. R. Beer (Lektor des Spanischen in Wien) gestern sagte, nicht einmal Besuche empfangen."

[3] Gröber wurde tatsächlich im Jahre 1904 korrespondierendes Mitglied der Wiener Akademie der Wissenschaften.

[4] Meyer-Lübke.