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Brief (32-s.n.)

Graz, 17. I. ´25

Verehrter Freund,

Wärmstens danke ich Ihnen und der Akademie für die Übersendung des bewußten Schecks, und fühle mich heuer doppelt beschämt, da ich befürchte daß die Finanzlage der Akademie, aus politischen Gründen, nicht mehr so günstig ist wie in früheren Jahren. Hoffentlich habe ich mich hierin getäuscht.

Ferner danke ich Ihnen und der Akademie vielmals für die guten Wünsche die Sie mir darbringen. Von meiner Erkrankung in der Mitte des Novembers habe ich mich etwas erholt; nur bin ich u. A. noch sehr am Sehen, und somit am Lesen, etwas weniger am Schreiben behindert. Das bedauere ich nun hauptsächlich deshalb weil ich mich in Ihre bewundernswerte reichhaltige Morfología noch nicht so habe vertiefen können wie ich es wünschte. Trotz der scharfen Lupen deren ich mich bediene. Ihnen leisten besonders die Ziffern Widerstand, die nicht selten, wie mit Absicht, einander angeähnelt werden. So kann ich nur mit größter Mühe im Euskera  unterscheiden: 5 u. 3. Aber auf eine alphabetische Übersicht dürfen doch wenigstens die Affixe hoffen?

In meinem Baskisch und Sprachwissenschaft, das in diesen Tagen gedruckt zu werden beginnen soll (nicht über drei Druckbogen) habe ich mehrfach Gelegenheit gehabt Ihrer zu gedenken. Aber wie gesagt nicht so oft wie es hätte sein sollen. Ich plane aber noch ein Paralipomena; in der gesamten Abhandlung habe ich mich eigentlich nur um die Erörterung prinzipieller Fragen gekümmert, vor allem mit A. Trombetti auseinandergesetzt, der mir die Aushängebogen seines im Druck befindlichen Buches über die verwandtschaftlichen Beziehungen des Baskischen je nach Fertigstellung zuschickt. In vielem stimmen wir überein, in anderem wiederum nicht. Nun Sie werden ja sehen.

Ich wünsche nun auch Ihnen meinerseits Glück zum eben begonnenen Neuen Jahr und besonders zur Fortsetzung Ihrer Druckarbeiten an denen wir so lebhaftes Interesse haben.

In Verehrung und Freundschaft Ihr getreuer
HSchuchardt