Senden hat offenbar funktioniert, aber es wird noch ein Bestätigungsmail verschickt, sobald die Änderungen angekommen sind.
Es hat etwas nicht funktioniert. Bitte den Inhalt in Word (o.Ä.) kopieren und per Mail schicken.

Brief (24-10284)

Graz, 10 Sept 1923.

Verehrter Freund

Auf meinen Brief vom 2. Sept. kann ich natürlich noch keine Antwort erwarten; wenn ich nun doch schon wieder schreibe, so geschieht es, weil ich eben von dem Verleger Niemeyer in Halle a/S.  die frohe Nachricht erhalte daß er mein Werkchen „als einzigstes in Druckauftrag gegeben habe und daß er hoffe die Drucklegung ermöglichen zu können, wenn nicht unvorhergesehene Schwierigkeiten in Wirtschaftskreisen auftreten. Man weiß in Deutschland noch nicht, wohin man steuert: ein einfacher Brief innerhalb Deutschlands (und auch nach Österreich) kostete noch vor wenigen Tagen 20000 Mark, jetzt 75000 (in der Vorkriegszeit wurde er mit 1/10 Mark frankiert).

Niemeyer fügte am Schluß hinzu: „Ausserdem ist es Ihnen in Anbetracht der ungeheuern Herstellungskosten vielleicht doch noch möglich bei Erscheinen des Buches für den Absatz einer Zahl von Exemplaren einzutreten.“ Ich selbst bin allerdings zu jedem erschwinglichen Opfer bereit; wäre es aber unbescheiden – wir Mitteleuropäer sind es ja nun schon gewohnt Bettler zu sein und zu heißen – an Ihr oder vielmehr der Akademie großmütiges Anerbieten anzuknüpfen, daß – nach der Mitteilung von Lacombe – dem Drucker 100 Exemplare abgekauft werden sollten? Vorausgesetzt ist daß dadurch der Aufwand für den baskischen Sprachatlas nicht beschränkt wird, in dessen Interesse, wie ich mich freue zu hören, demnächst Freund Jud aus Zürich bei Ihnen sich vernehmen lassen wird.

Mit herzlichstem GrußIhr getreuer
HSchuchardt