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Brief (06-00145)

Barcelona 17-5-12
Córtes -635

Sehr geehrter Herr Kollege!

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und mein Deutsches ist kein für jedes Wetter zuverlässiges Werkzeug; um so minder für jede Sache; meine deutsche Hör- und Sprachbegabung (Zungen- und Gehörzentren im Gehirn) sind weniger entwickelt oder ausgeübt als meine Lese- und Schreibbegabung (Gesichtszentrum), die auch mehr Zeit gestattet.

Mein Lehrer in Deutsch war ein madrilenisierter Berliner*), der „nabitos á la berlinesa“ und „cocido á la española“ so gut zu bereiten wusste wie deutsche Sätze und grammatikalische Regel zu verstehen machte; nachher hatte ich gegenseitige Correspondenz mit einem Dresdener jungen Kaufmann und machte auch einige Uebungen in Aussprache mit einem Holländer, Gast im selben Gasthof wie ich in Granada.

Ich kenne die Nervenabspannung viel besser als Goethe’s Wort „Ihnen oder mir kommen“, nicht so wörtlich oder litterarisch wie Erfahrungsgemäss; also keine Nachsicht nötig, da mein Deutsches Lesevermögen das leichteste unter meinen Deutsches-Uebungen ist.

Irischer, kymrischer oder bretonischer Ursprung für Andere würde mir keine Unmöglichkeit scheinen. Vor- und Frühgeschichtliche Beziehungen zwischen Nord- und Sudgestaden des Kantabrischen Meeres sind wirklich gestanden. Forscher der Vorgeschichte Westfrankreichs glauben’s seit der dolmenischen Neolithicum behaupten zu können.

Aber so wie südliche Pflanzen (arbutus unedo, Erica vagans, Menziesia polifolia, etc) und Dolichokephalen Melanochroen auf S. Irland und S. England getroffen werden, und so wie Quercus Ilex bis Sud-Bretagne reicht; konnte nicht die aquitanische Andere bis Irland rudern?

Mr. Nicolaï (in „La tradition au Pays Basque; Paris, 1899 s. 155) erwähnt unter der „Inscriptions des Pyrénées“ comme noms des personnes décédées ou des personnes élevant les cippes funèbres ou les autels «andere, andereni, anderesse, andereseni, anderexo, anderella, andosten, andosso, andoston u.s.w.

Bañan orain¡bai zera! mirabeak „señorita” deituko dio bere etśeko-andreari; eta bere etśeko-jaunari ¿nola? „Jauna“

Wenn wir in Spanien mehrere „Alcázar“ finden; würden wir auch die nordwestlichen, hauptsächlich galicischen (aber auch in Toledo, Cáceres, Guadalajara, Huesca, Jaen und Málaga), 18 Casár – 20 Casáres – und 50 Casál-Dörfer als Umwälzung für „Alcázar“ behaupten?

Gorantziak
eta zure serbitzalleari agindu

T. de Aranzadi

*) Er ist heute im Deutschen Bank – Berlin; sein Name Hermann Berg; in Madrid war er Don Germán