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Brief (01-04808)

Basel, d. 5. Okt. 09

Hochgeehrter Herr Hofrat,

Mit gleicher Post erlaube ich mir Ihnen drei kleine Schriften zuzusenden: eine sprachlicher, zwei volkskundlicher Art.[1] Es geschieht, um mich in irgend einer Weise erkenntlich zu zeigen für die mannigfache Anregung, die ich von Ihnen empfangen habe. Die Stunden, die ich bei Ihnen verbringen durfte, werden mir in stetigem Andenken bleiben, und nochmals spreche ich Ihnen auch schriftlich |2| meinen herzlichsten Dank aus für alle Freundlichkeit, mit der Sie mir begegnet sind. Aber auch bei Meringer,[2] das darf ich wohl sagen, bin ich aufs Freundlichste aufgenommen worden, und mein Eindruck, er habe mein Fernsein von seiner Museumsführung übel genommen, war falsch. Er hat auch in den Ausdrücken höchster Verehrung von Ihnen gesprochen, was mir eine herzliche Genugtuung war. Bei der Stimmung, in der ich Sie verlassen hatte, hätte mich das Gegenteil im Innersten verletzt.

|3| So bin ich denn mit den Gefühlen tiefster Befriedigung aus der schönen Murstadt geschieden, und durch die Anregungen nur ermutigt, gehe ich an meine Aufgaben. Möge der Wust alltäglicher Kleinarbeit sich nicht zu sehr aufhäufen, so dass endlich das wirklich Fördernde in Angriff genommen werden kann.

Mit dem Ausdruck vollkommener Hochachtung und steter Ergebenheit

Ihr

E Hoffmann-Krayer



[1] Dazu liegen keine Informationen vor.

[2] Rudolf Meringer (1859-1931) war einer der Mitgründer der Zeitschrift Wörter und Sachen. Zwischen 1899 und 1930 war Meringer Professor für Sanskrit und für Vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Graz.