Brief (01-02208)

Leipzig 29 Dec. 1869

Geehrter Herr Doctor,

Das Ministerium des Cultus und öffentlichen Unterrichts in Dresden hat Ihre Zulassung zu den für die Habilitation erforderlichen Probeleistungen genehmigt. Es steht also für die philosophische Facultät kein Hinderniss mehr im Wege, diese zu prüfen. Wenn Ihnen also daran liegt Ihre Habilitation so rasch wie möglich in’s Werk zu richten, so ersuche ich Sie mir nunmehr Ihre Habilitationsschrift zuzusenden, mit der sich dann die aus Herrn Prof. Dr. Ebert[1], Prof. Dr. Zarncke[2], Geh. R.[3] Dr. Ritschl[4] und mir als Vorsitzendem bestehende Commission sofort beschäftigen wird.

Ich füge hinzu, dass die Habilitationskosten 20[5] betragen, welche bei der Einreichung der Habilitationsschrift erlegt zu werden pflegen.

Die Genehmigung der neuen Habilitationsordnung ist bis jetzt nicht erfolgt. Für die ersten Stadien |2| der Habilitation ist das übrigens gleichgültig.

Hochachtungsvoll

Ihr

ergebenster

G. Curtius

z.Z. Decan der philosophischen Facultät



[1] Adolf Ebert (1820-1890), Historiker und Romanist; 1862-90 o.Prof. für Romanische Philologie an der Universität Leipzig. Zwischen Ebert und Schuchardt existiert eine Korrespondenz, dokumentiert durch die Briefe der Nummern 02677-02694 des Nachlasses.

[2] Friedrich Zarncke (1825-1891), Germanist; 1854-58 ao. und 1858-1891 o.Prof. für Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Leipzig. Zwischen Zarncke und Schuchardt existiert eine Korrespondenz, dokumentiert durch die Briefe der Nummern 12978-12995 des Nachlasses.

[3] Geheimer Rath.

[4] Friedrich Ritschl (1806-1876), Klassischer Philologe; 1865-76 o.Prof. für Klassische Philologie an der Universität Leipzig. Zwischen Ritschl und Schuchardt existiert eine Korrespondenz, dokumentiert durch die Briefe der Nummern 09669-09671 des Nachlasses.

[5] Im Original Abbreviatur für Reichstaler (Rthl.) (vgl. Biermann 1976: 276; 278).