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Postkarte (4-Ms fr 5004 f 174)

Lieber Herr Kollege!

Ich habe erst ganz vor Kurzem von Dr. Leo Spitzer in Erfahrung gebracht daß er sein Exemplar von F. de Saussures Buch auf dem Buchhändlerweg aus Zürich erhalten hat.1 Meines ist mir wie ich Ihnen schon sagte, auf privatem Wege zugekommen. Daß der Verlag von Payot bei uns boykottiert sein sollte, ist mir undenkbar (J’accuse2 habe ich z.B. durch meinen hiesigen Buchhändler mir verschafft). Einzelnen Schriften wird allerdings der Eingang versagt, und das in den Buchhändlerblättern angezeigt. Schon vor einigen Tagen ist eine sehr lange Anzeige von F. de S. von mir an das Ltbl. f. g. u. r. Ph. Abgeschickt worden3.

Mit verbindlichstem Gruße
Ihr erg.
H. Schuchardt


[1] Leo Spitzer war ebenfalls Korrespondenzpartner Schuchardts [Korrespondenzpartner 1743]. Vgl. Hurch, Bernhard (ed.) 2006. Leo Spitzers Briefe an Hugo Schuchardt. Berlin: Walter de Gruyter. Die hier von Schuchardt erwähnte Information, Spitzer habe sein Exemplar auf dem Buchhändlerweg aus Zürich erhalten, findet sich nicht in den zeitlich in Frage kommenden erhaltenen und bei Hurch 2009 edierten Briefen Spitzers an Schuchardt. U.a. im Brief Spitzers mit der Lfd.Nr.-Bibl.Nr. 34-10796 vom 9. Okt. 1916 wird allerdings die Problematik der Zurückbehaltung von Büchersendungen aus der Schweiz an der Grenze thematisiert (Vgl. Hurch 2009: 25).

[2] Vermutlich Grelling, Richard 1915. J’accuse par un Allemand. Lausanne: Payot.

[3] Schuchardt, Hugo 1917. „Anzeige von: F. de Saussure, Cours de linguistique générale“, in: Literaturblatt für germ. u. rom. Philologie 38, 1-9 [Brevier-/Archivnr. 701].