Bilder

Das Bildmaterial zu Schuchardt ist nicht sehr umfangreich. Es sind zumeist die gleichen Bilder, die in Darstellungen verwendet werden, nämlich die Portrait-Postkarten, die Schuchardt selbst drucken ließ und - der Zeit entsprechend - auch an Kollegen sandte. Diese Bilder wurden schon in der ersten, bzw. das zweite auf expliziten Wunsch Schuchardts in der zweiten Auflage des Breviers verwendet. Die Fotografen sind unbekannt, wahrscheinlich stammen sie von Grazer Porträtphotographen der Zeit. Es gibt von diesen Bildern mehrere Abzüge. Für unsere Zwecke wurden Vorlagen aus der 1. Auflage des Breviers, bzw. von einer Postkarte im Besitz der Malvinenstiftung zur Reproduktion verwendet.

Dazu kommen zwei weitere Portraits: einmal eine ebenfalls bekannte, 1881 in Graz entstandene Photographik des 39-Jährigen, und zweitens ein Ölbild, das ihm die Grazer Universitätskollegen anläßlich des 50. Jahrestags seines Doktorats im Jahre 1914 anfertigen ließen und gewidmet haben. Beide Bilder befinden sich im Eigentum der Malvinenstiftung. Für die hier gegebene Vorlage wurden neu angefertigte Scans bzw. Photos verwendet. Die Künstler der beiden Portraits sind unbekannt.

Das Bild "Hugo Schuchardt auf dem Dach der Villa Malwine, 1914" wurde aller Wahrscheinlichkeit nach von Otto oder Guida Loewi aufgenommen. Jedenfalls befindet sich die dem hier und in Postkartenform gebotenen Foto zugrundeliegende Kopie, die einzig bekannte, im Nachlaß Schuchardt unter der Signatur Ms 2066 B 6587 in der Universitätsbibliothek Graz. Auf seiner Rückseite schreibt Guida Loewi an Schuchardt.

Die von Schuchardt gebaute Villa Malwine in der Johann Fux Gasse 30 (Architekt Georg Hönel) war für die Zeit und die Umgebung in verschiedener Hinsicht bemerkenswert (so z.B. wegen des ungewöhnlichen Flachdaches) und ist in einschlägigen Architekturwerken erwähnt und abgebildet (z.B. Senarclens de Grancy 2001: 289). Schuchardt ließ von der Villa eine Postkarte anfertigen, die er auch verschiedentlich im Postverkehr verwendet hat, und zwar sowohl als kleine Reproduktion in Form eines Briefkopfes auf seinem persönlichen Briefpapier, wie als eigens gedruckte Postkarte. Auf diesem Bild steht er - wegen der Größe kaum erkennbar - auf dem Dach des Hauses. Ein Exemplar trägt handschriftlich die Jahresangabe "1912"; ob es sich dabei um das Entstehungsjahr des Bildes handelt, ist nicht sicher, eher stammt es aus den Jahren 1907/08.

"Villa Malwine und Hugo Schuchardt, ca. 1910" ist wohl auf Wunsch von Schuchardt selbst professionell angefertigt und auf grauem Karton aufgezogen. Es existieren davon einige Abzüge. Die hier verwendete Reproduktion wurde anhand einer Kopie im Besitz der Malvinenstiftung angefertigt. Der Fotograf ist unbekannt.

Ein weiteres, sehr professorales postkartenartiges Photo zeigt Schuchardt in Ausgehkleidung mit Zwicker, sowie Hut und Handschuhen in der Hand. Es zeigt ihn knapp 50-jährig und dürfte daher eher aus dem zweiten Jahrzehnt seiner Grazer Tätigkeit stammen.

Aus der Studentenzeit in Gotha stammen zwei Bilder mit eindeutig goliardischem Hintergrund, einmal ein Semesterstich der Verbindung Thuringia von 1865 (aus den Beständen der Verbindung), sowie Schuchardt in Karnevalskostüm aus dem Bestand E. Kuhn der Universitätsbibliothek München. Laut Aufschrift auf dem Gruppenphoto steht Schuchardt in 2. Reihe mit verschränkten Armen. 

Die beiden Fotos des ca. 80-Jährigen im Garten wurden aller Wahrscheinlichkeit nach vom Hamburger Romanisten Hermann Urtel anläßlich eines Besuches in Graz aufgenommen. Es dürfte auch von diesen jeweils mehr als ein Exemplar kursieren, jedenfalls tauchen diese Fotos an mehr als einer Stelle auf. Über jenes ohne Mütze schreibt Schuchardt an Urquijo am 30. 10. 1922 "Urtel schrieb mir daß er Ihnen eine Photographie die er von mir im August aufgenommen hatte, schicken werde. Sie ist, wie alle Bekannten die sie gesehen haben, urteilen, sehr getroffen. Ich wurde durch den photographischen Angriff überrascht, konnte mich aber nicht dazu 'herrichten'". Die Vorlage zur hier gegebenen Kopie liegt im Fondo Urquijo, Koldo Mitxelena Kulturunea in Donostia-San Sebastian, Baskenland. Das Bild im Garten mit Mütze existiert ebenfalls in verschiedenen Exemplaren, die Schuchardt selbst verschickt haben dürfte. Das letzte Portraifoto (H. Schuchardt, ebenfalls ca. 1912 - ohne Zwicker) der Reihe liegt in einer einzige Kopie (ca. 23x30 cm) vor und wurde offenbar, wie das oben genannte ersterhaltene Foto von 1881, von Schuchardt selbst gerahmt.

Das hier vorgelegte Material reproduziert sämtliche vorhandenen Portraitbilder Schuchardts sowie alles weitere einschlägige Bildmaterial, das im Besitz der Malvinenstiftung, im Nachlaß der Universitätsbibliothek bzw. in Privatbesitz in Graz vorhanden ist, bzw. anderswo in Erfahrung gebracht werden konnte. Die Bildbearbeitung und graphische Einrichtung zum Druck der Postkarten wurde gemeinsam mit Annemarie Müllner (Graz) erledigt.

Vorlagen bzw. Originale zu allen hier reproduzierten Bildern sind am Institut für Sprachwissenschaft bzw. am Institut für Romanistik der Universität Graz einzusehen.

In eigener Sache weisen wir darauf hin, daß wir gemeinsam mit der Geisteswissenschaftlichen Fakultät und der Malvinenstiftung eine Postkartenserie zu Hugo Schuchardt zusammengestellt und drucken haben lassen. Diese kann über das Intitut für Sprachwissenschaft bezogen werden (hier bestellen).

H. Schuchardt, Graz 1881
H. Schuchardt, Ölbild 1914
H. Schuchardt ca. 1914
Villa Malvine & H. Schuchardt
H. Schuchardt, 1922 © Hermann Urtel
H. Schuchardt, 1922 © Hermann Urtel
H. Schuchardt ca. 1912
H. Schuchardt ca. 1910
H. Schuchardt ca. 1912
H. Schuchardt, ca. 1900 mit Zwicker, Hut und Handschuhen (Fotoalbum Adolf Mussafia)
Schuchardt im Karnevalskostüm (Nachlaß E. Kuhn)
Schuchardt als Student in Jena (Detailbild zweite Reihe mittig, mit verschränkten Armen)
Villa Malvine 1907/08